Die Innovation Zweite Säule (IZS) ist ein politisch neutrales und wirtschaftlich unabhängiges Denkforum der beruflichen Vorsorge.

BVG-Anpassungen moderat und fair

Die BVG-Reform verfehlte ihre Ziele

(IZS) Auslöser der Reform bildete die dringend notwendige Senkung des Mindest-Umwandlungssatzes. Die Senkung auf 6 Prozent ist versicherungstechnisch ungenügend, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.
Die neuen Erwerbsformen mit einem steigenden Anteil von Teilzeitbeschäftigungen werden im heutigen BVG durch den fixen Koordinationsabzug benachteiligt. Hier drängt sich ebenfalls eine Anpassung auf.

Weil der Koordinationsabzug ohne Übergangsfrist gesenkt werden soll, sind Rentenzuschläge notwendig um die Einbussen auszugleichen.
Allerdings sind lediglich rund 10 Prozent der Versicherten direkt von der Senkung betroffen. Die Reform sieht jedoch Kompensationen für ca. 50 Prozent aller Versicherten vor. Das führt zu einem Leistungsausbau, der nicht dem Auftrag an die Reform entspricht. Er wird die bereits bestehende Umverteilung zwischen den Generationen verstärken und legitimieren, statt zu reduzieren.

Dienstag, 15. September 2026, 12.00 Uhr online

IZS-Online-Dialog IZS-Online-Dialog: „Teuerungsanpassung oder faire Beteiligung der Altersrentner am Anlageerfolg?“

Die Teuerung in der Schweiz ist derzeit tief, während viele Pensionskassen dank erfreulicher Anlageergebnisse die Guthaben der aktiv Versicherten gut verzinsen können. Doch wie steht es um die Rentnerinnen und Rentner?

In unserem Webinar beleuchten wir die Auslegung von Art. 36 Abs. 2 BVG: Müssen Altersrenten bei der Mittelverteilung mitberücksichtigt werden? Bedeutet die Bestimmung einen reinen Teuerungsausgleich oder vielmehr eine faire Beteiligung am Anlageerfolg? Zudem hinterfragen wir die Praxis rund um Umwandlungssätze und hypothetische Zinsversprechen sowie die reale Bemessung der Teuerung. Was ist gerechter: laufende Rentenanpassungen oder schwankende Einmalzahlungen?

Diese und weitere Kernfragen diskutieren wir in einer praxisnahen und kontroversen Runde mit:

  • Christoph Ryter, Geschäftsleiter der Migros-Pensionskasse

  • Jonas Eggmann, Zentralsekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes

Bringen Sie Ihre Perspektive ein und diskutieren Sie mit uns!

Stellungnahme zum Stand der BVG-Reform

Vor der zweiten Differenzberatung zur BVG-Reform und der Schlussabstimmung nimmt die IZS Stellung zum aktuellen Stand der Reform.

Nach dreijähriger Beratung steht die parlamentarische Beratung der BVG-Reform vor ihrem Abschluss. Auslöser der Reform bildete die dringend notwendige Verminderung des Mindest-Umwandlungssatzes. Die Senkung auf 6 Prozent ist beschlossen, aber versicherungstechnisch ungenügend. Damit bleibt die berufliche Vorsorge eine Baustelle.

Die Reform sieht die sofortige Senkung des Umwandlungssatzes ohne Übergangsfrist vor. Um die damit verbundene gesetzliche Leistungseinbusse auszugleichen, sind Aus­gleichs­mass­nahmen vorgesehen. Allerdings sind lediglich rund 15 Prozent der Versicherten direkt von der Senkung betroffen. Das Parlament sieht jedoch Kompensationen für ca. 50 Prozent aller Versicherten vor. Damit ist ein Leistungsausbau verbunden, der nicht dem Auftrag entspricht.

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